Ist der Deepfake-Fall von Collien Fernandes nicht gleichzusetzen mit Betroffenen-Fällen echter Pornografie?

Antwort: nein, natürlich nicht.

Ich gehörte wohl zu den Ersten, die die Dokumentation über den Deepfake-Fall von Frau Fernandes geschaut und geteilt haben.

Deepfakes ordne ich dem Thema Pornografie zu. Eine neue High-Tech-Waffe gegen Frauen.

Schon bei der Bündnisgründung des Bündnisses Nordisches Modell habe ich davor gewarnt und versucht den Unbeteiligten zu vermitteln, dass Pornografie das Werkzeug der Zukunft für Menschenhandel ist und dass es so kommen wird bzw. auch schon bereits der Fall ist, dass jede Frau erst einmal automatisch als Nutte, Hure, Produkt des Menschenhandels gesehen wird, ohne, dass sie je damit persönlich zu tun gehabt hätte.

Der Schmock verlagert sich also zunehmend in die virtuelle Welt.

Und das Gefährliche daran ist, dass wir noch weit davon entfernt sind, zu begreifen, was das überhaupt für unser zukünftiges Leben bedeutet.

Mein Blogpost von Oktober 2025

Virtualität bedeutet die Realität der Zukunft

Der Deepfake-Fall von Collien Fernandes hat es, wenigstens für Collien, auf den Schirm gebracht. Sie hat am eigenen Leib….. ähh.. moment mal! Ne, eben nicht am eigenen Leib, sondern es war doch nur eine Bildmanipulation.

Ein Fake.

Nicht echt.

Sie hat ja niemals persönlich diese Pornos gedreht.

Was sitzt sie jetzt also so traurig da und erzählt in allen möglichen Medien, wie schlimm es ihr doch damit geht und wie böse das alles ist?

Sie hat doch gegenüber den Frauen, die wirklich körperlich Pornos machen mussten und die ihr Leben lang nun aufpassen müssen, mit wem sie reden, doch ein tolles Leben.

Sie hat eine respektable Fernseh-Karriere, Kinder, ein Dach über dem Kopf. Und niemand kommt auf die Idee sie mit Prostitution oder Pornografie in Verbindung zu bringen oder sie wie ein minderwertiges, armes Opfer zu behandeln. Es sind nur Manipulierte Bilder, die da irgendwo im Netz kursieren.

Böse Zungen könnten ja sogar behaupten, dass sie dieses Deepfake-Ding genutzt hat, um wieder auf die Mattscheibe zu kommen, weil sie sich von ihrem Mann trennen möchte.

Wo ist der Unterschied zwischen Deepfake-Pornos und wirklichen, mit echten Frauen gedrehten Pornos?

Gehen wir doch mal zurück zur berüchtigten Flower-Power-Zeit. Die 60er oder 70er Jahre.

Als ich in Köln lebte, hatte ich viele Gespräche mit Leuten, Männern, die diese Zeit in Köln. erlebten. Sie erzählten, zwar nicht im Detail, aber deutlich genug, welche Sexorgien ständig überall stattfanden.

Wie oft habe ich dann auch diese Leute sagen hören:

„Gott sei Dank gab es damals noch kein Internet und Handys“

„Ich bin froh, dass es davon keine Aufnahmen gibt… haha!“

Immer, wenn ich diese oder ähnliche Aussagen gehört habe, dachte ich mir immer: genau, wir jungen Leute, also eure Kinder, sind diejenigen, die gearscht sind, die also von vorne bis hinten komplett die Loser der Menschheit sind.

Weil die Alten haben ja den Mist ins Leben gerufen, wie mobiles Internet und Handys und und und… ohne für Sicherheit zu sorgen!

Ohne daran zu denken, welche schlimmen Folgen das für die nächste Generation haben wird.

Wenn ich weiter daran denke, was die Alten alles noch tun konnten und wo wir Jungen kontrolliert, reguliert, ausgenutzt und gebremst werden, schwillt mir wieder der Hals.

Und dann sehe ich diese selbstgefälligen alten Säcke, die meinen, sie wären die Tollsten, weil sie quasi noch mal davon gekommen sind.

Ja, dieses auf die jungen Leute herabschauende, gehässige und schadenfrohe Getue kam mir in diesen Gefilden von manchen Herrschaften, ab und zu entgegen.

Mit Vergnügen hätte ich diesen Vollidioten gerne ins Gesicht geschlagen.

Aber volle Kanne!

Nun denn. Trotzdem sind diese Aussagen wertvoll.

Sie zeigen nämlich die Bedeutung von Bildmaterial.

Und auch sonst gibt es ja viele Beispiele, die die Bedeutung von Bildmaterial hervorheben.

Bildmaterial ist verschieden einsetzbar.

Es dient zur

  • Visualisierung (Projektplanung, Plastische Chirurgie)
  • Planung (Einsätze des Militärs oder Bauplan)
  • Beweis (Gerichtsverhandlung)
  • Forensik (kriminalistische Ermittlung)
  • Fantasiewelt schaffen (Hollywood)

und es dient zur

  • Erpressung von VIP
  • Versklavung von Frauen
  • Image-Schädigung (Berufsunfähigkeit durch Image-Schaden)
  • Mentale Vernichtung einer Person
  • Betrug über Internetplattformen (Deepfake)
  • Stalking
  • Auftragsmord

Dies sind ein paar Möglichkeiten, wie Bildmaterial genutzt wird.

Und hier kann der Collien-Fall auf jeden Fall zugeordnet werden.

Was kommt bei den betroffenen Pornografie-Protagonistinnen dazu?

Nun, zu aller erst sind sie reale Personen, die real bei der Erschaffung des Contents mitgewirkt haben.

Sie haben im wahrsten Sinne des Wortes ihren wahrhaftigen Arsch für diesen Mist hingehalten.

Sie haben all die Schmerzen, durch Verletzungen, die Situationen durchlebt und gemeistert.

Sie haben Krankheiten bekommen, die sie aussitzen mussten.

Sie haben so getan, als wäre es total geil und als wären sie total scharf vor der Kamera.

Sie haben also auch vor der Kamera gelächelt und sexy Sachen gesagt, obwohl sie danach und davor ein anderes Leben, vielleicht ein Leben mit Gewalt, haben.

Sie haben in Echt, wahrhaftig hart dafür „gearbeitet“, „gelitten“, um dieses Content zu kreieren, dass dann mehrfach verkauft wird und wovon sie vielleicht niemals einen Cent sehen, weil der Produzent der Urheberrechte-Träger ist, sie keinen Vertrag haben und sich auch sonst niemand darum schert was die Frauen davon erhalten, weil es ist ja „igitt igitt“ Pornografie.

In meinem Fall waren das 6 Jahre lang, 1-2 sogenannte Events im Durchschnitt pro Monat. Das bedeutet, dass ich einmal im Monat ein paar Stunden bei einem Amateurpornodreh an einem Abend, mit anderen Protagonisten mitgemacht habe. Also „nur“ ein paar Stunden.

Andere Frauen machen täglich oder wöchentlich Pornodrehs. Sie laden diese Aufnahmen auf Plattformen wie zum Beispiel Mydirtyhobby oder andere hoch, die extra für dieses Milieu konzipiert wurden (Onlyfans wurde erst viel später ins Leben gerufen) Andere Plattformen, wie MDH existieren schon Jahrzehnte.

Es sind viele, viele Deutsche, die sich hier tummeln. Viele Paare, verheiratete Paare, die alle eines machen wollen: das Vergnügen mit dem Nützlichen verbinden.

Die jährliche Venus Messe in Berlin ist der Treffpunkt von vielen, die mit selbst gemachten Pornos Geld verdienen.

Es ist ein Geschäft. Ob Vergnügen oder nicht. Es wird viel Geld mit dem Voyeurism gemacht.

Und den Porno-Käufern ist es egal, ob die Protagonistin das freiwillig oder vom Wirtschaftssystem oder von ihrem Zuhälter-Freund dazu verdonnert ist.

Ein Fakt ist: diese Frauen werden nicht so einfach in ein normales Leben mit einem normalen Job kehren können, weil diese Aufnahmen von ihnen für die Ewigkeit sind.

Sie werden multipliziert, immer wieder auf neue Webseiten hochgeladen, vielleicht mit anderem Content neu zusammen geschnitten und wieder verwertet.

Und jeden Tag schaut sich ein neuer Vollidiot den Content von dieser Frau an.

Wenn wir davon ausgehen, dass es 8 Milliarden Menschen auf der Erde gibt.

Davon vielleicht die Hälfte männlich sind.

Davon die meisten irgendwann Zugriff auf das Internet haben und dann davon ausgehen, dass der Content sich seinen Weg durch das Internet-Netz jeden Tag weiter bahnt, dann kommen wir auf einen langen Zeitraum, der das selbe Content täglich neuen Usern zugänglich macht.

Dann müssen wir davon ausgehen, dass es genug User gibt, die diesen Content öfter anschauen, bis sie genug davon haben.

Dann müssen wir davon ausgehen, dass es genug User gibt, die das Content teilen, kopieren, weiterleiten und eben Teilnehmer dieses Netzes sind, die den Content quasi virtuell am Leben halten.

Und zwar mindestens so lange, wie die Frau lebt und darüber hinaus.

Sexy Cora, geboren 2.Mai 1987, gestorben 20. Januar 2011, ist ein bekanntes Beispiel für meine o.g. Ausführungen.

Sie wurde mit ihren Amateurfilmen sehr bekannt und wie es scheint, verdiente sie und ihr Mann viel Geld damit, Amateurpornos mit Privatpersonen zu erstellen und zu verkaufen.

Sie starb unerwartet bei einer Brustvergrößerungs-Operation.

Ob sie auch etwas von dem Geld auf ihrem eigenen Konto erhalten hat, wissen wir nicht.

Aber der Hauptgrund, warum Frauen Pornos machen, ist Geld-verdienen.

Sie gehen schäbige Deals ein, ohne von Vertragsangelegenheiten oder Urheberrechten Bescheid zu wissen.

Viele Frauen können nicht lesen.

Viele Frauen können nicht Deutsch oder English sprechen.

Viele Frauen haben keine Ahnung, auf was sie sich da einlassen.

Und viele Frauen werden dazu gezwungen. Ob direkt am Anfang oder dann, wenn sie aufhören wollen.

Die Sexindustrie ist keine Industrie, wo man mit Schlips und Kragen, auf Augenhöhe erstmal über mögliche Zusammenarbeit spricht. Lol!

Die Sexindustrie, und damit auch die Pornoindustrie besteht aus folgenden Gründen:

  • Es befriedigt die Männer in ihren Grundbedürfnissen, sexuell und finanziell
  • Frauen können leicht gezwungen, unterdrückt und ausgebeutet werden
  • das Internet und seine Plattformen bieten einen sehr leichten Zugang für den Verkauf und es ist viel sicherer, weniger Arbeit und profitabler, als sich ein klassisches Laufhaus zur Prostitution anzuschaffen

Frauen erhalten keinen anständigen Vertrag oder arbeiten hier in respektvoller Umgebung. Sie werden ausgebeutet und bekommen nicht das Geld, dass ihnen für ihren wahrhaften, echten Aufwand zusteht.

Was sie bekommen ist Häme und Spot, Stalker und die Erinnerung an die Situationen, wo sie sich für Content-Produktionen betrinken oder Drogen nehmen mussten, damit sie diesen Scheiss nicht nur überstehen, sondern auch noch gutes Content liefern. Denn natürlich darf sie es sich nicht anmerken lassen, dass es ihr schlecht geht und dass sie eigentlich nur noch weg möchte.

Um Missverständnisse vorzubeugen: nein, ich habe keine Drogen genommen. Für mich gab es vielleicht Sekt zum Anstoßen und bei einem längeren „Event“ habe ich natürlich ein paar mehr Gläser Sekt getrunken.

Ich war ja nun zum Glück nicht in der Situation, wie es viele andere Frauen aber sind, dass sie auf das Geld angewiesen sind, und habe auch immer auf meine Gesundheit geachtet.

Aber ich habe auch andere Frauen im World Wide Web oder auf Partys gesehen, die anders drauf waren.

Eine Frau erzählte, dass ihr jemand ihren Anus so stark penetriert hat, dass es gerissen ist und sie deshalb seit dem inkontinent ist.

Nur mal ein Beispiel von dem, was ich so im Laufe dieser Jahre persönlich von anderen mitbekommen habe.

Der Unterschied zwischen Deepfake- und echten Porno-Betroffenen ist der, dass die Frauen der echten Pornografie mit ihrer Gesundheit bezahlen, und das Geld, was ihnen zusteht, nie erhalten haben. Und sie müssen ganz anders kämpfen, um in ein normale Leben gehen zu können.

Deepfake-Betroffene haben bereits ein „normales Leben“, mit einem normalen Job, mit dem sie Geld verdienen und sie haben ein normales Leben und kümmern sich nicht ums Überleben oder müssen sich mit all dem Pornokram beschäftigen.

Deepfake- Betroffene haben auch nicht das Urheber-Problem, denn es ist ja von Anfang an klar, dass es kriminell hergestellt ist.

Diese Deepfake-Medien-Lawine wird den betroffenen Frauen der Pornografie nicht gerecht

Ich kann verstehen, dass das Thema Deepfake in das Bewusstsein gerückt werden musste, eben weil es die Zukunft betrifft.

Aber anhand, was ich so im Collien-Fernandes-Fall mir anschauen kann, sehe ich, dass hier in der Vorbereitung überhaupt nicht mit betroffenen Frauen der wirklichen Pornografie gesprochen wurde.

Wie fühlen sich die Überlebenden der Pornoindustrie, wenn sie eine erfolgreiche Fernsehfrau so derart present in den Medien sehen, die so betroffen ist von eigentlich nichts, sondern nur eben ein paar manipulierten Bilder?

Wenn man das Gewicht des Überlebenskampfes einer Überlebenden der Pornoindustrie in die andere Waagschale legt, was hat dann mehr Gewicht?

Irgendwie fehlt mir in dieser Deepfake-Porno Diskussion die o.g. Punkte.

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