Mädchen, was du brauchst sind keine Heuchler, sondern Menschen, die du ernst nehmen kannst

Ich fange diesen Artikel mal so an: mir gefällt nicht alles im NGO-Umfeld.

Da gibt es schon so ein paar, die sich wohl zu sehr und zu lange auf ein Thema festgebissen haben und dementsprechend agieren oder nicht agieren.

Sie haben das Ziel aus den Augen verloren und vielleicht waren sie einmal Kämpfer. Aber das haben sie mit der Bequemlichkeit ausgetauscht.

Ich will es ihnen nicht übel nehmen. Wir alle sind Menschen. Und es ist verdammt hart standhaft zu bleiben. Und noch härter ist es, über Jahre hinweg standhaft zu bleiben.

Wir alle haben einmal einen oder zwei schwache Momente und wollen aufgeben.

Wir alle wollen es auch mal leichter haben im Leben.

Wir alle glauben daran, dass wir auch mal ein leichteres Dasein verdient haben. Und wenn sich dann eine Möglichkeit zum bequem sein auftut, wird sie evtl. wahrgenommen.

Erst später stellt sich heraus, ob es ein Fehler war. Ob es nicht doch vielleicht besser gewesen wäre, auf der Spur zu bleiben, wo man war. Auch wenn sie hart, unbequem und ständig fordernd war.

Oder der Gegenwind lässt einem an sich und seine Einstellung zweifeln.

Sieht man noch die Bäume vor lauter Wald?

Während der Körper noch 1000x weitergehen kann, will der Geist längst aufgeben. Die Kunst ist deshalb die eigene mentale Stärker zu trainieren. Diese o. g. Dynamik ist genau der Grund, warum man sich ein Ziel setzen muss. Ein Ziel ist so hoch wie die Spitze des Berges. Und deshalb wird weitergeklettert, bis dieser verdammte Berg bezwungen ist. Auch wenn die Hände und die Beine schmerzen. Wenn der Rücken taub vom Gewicht des Rucksackes ist. Dieser fucking Berg wird erklommen.

Fest gebissen

Wie zum Beispiel die Männerhasserinnen. Mein Meta-Ich sagt „okay, Bianca. Wenn es auf der Welt Frauenhasser gibt, dann muss es auch Männerhasserinnen geben“ So isch des in unserer Welt. Sie ist auf Gegenpole aufgebaut, die Reibung verursachen.

Und Männerhasserinnen sind vielleicht besser mit der nötigen Power ausgestattet, um den Frauenhassern entgegenzuwirken..?? Ich bin mir da nicht sicher…

Ich selbst bin weder lesbisch, noch bin ich trans oder bi oder sonst irgendwas. Ich bin weiblich und ich stehe auf das männliche Geschlecht.

Auch, nachdem ich mich jahrelang in die Tiefen der Frauenrechts-Themen geschmissen habe, sehe ich das männliche Geschlecht nicht als den Feind an, den es zu vernichten gilt.

Wer das meint dem oder der fehlt es an Intelligenzpunkten.

Allerdings ist meine Leichtfüßigkeit gegenüber Männern, wie ich sie mal hatte, nicht mehr vorhanden.

Im Umkehrschluss kann ich jetzt von einer Schwerfüßigkeit sprechen, die ich nicht nur für das männliche Geschlecht hege, sondern auch für gewisse Systeme und deren Funktionsweisen in unserer Gesellschaft.

Bereits seit mindestens 15 Jahren sind mir einige große Schieflagen in unseren Systemen bekannt. Ich erkannte diese durch meine Ausbildungen und Selbsterfahrung.

Sei es das Gesundheitssystem, sei es das Justizsystem, sei es das Finanzsystem, sei es der Arbeitsmarkt.

Ich könnte zu jedem System ein eigenes Buch schreiben. Bis jetzt habe ich keine Bücher herausgebracht, aber dafür habe ich mit meinem physikalischen Dasein, mit Kommunikation, mit meinem Können Wege beschritten, um Themen zu platzieren.

Ich sehe das als meinen persönlichen Beitrag für unser gesellschaftliches Leben, den ich für diesen aktuellen Umschwung, der hoffentlich erfolgreich durchgezogen wird, beigetragen habe. Bis jetzt.

Habe ich Opfer gebracht? Oh ja, das habe ich. Wahrscheinlich habe ich Opfer gebracht, die viele andere niemals bringen würden.

Eine Freundin sagte einmal zu mir, dass das Universum mich als so stark erkennt, dass es mir diese Aufgaben zugemutet hat.

Diese Vorstellung gefällt mir mittlerweile.

Dies und meine persönlichen Erkenntnisse über das Leben, den Menschen und das Universum haben mich auch durch meine finstersten Zeiten durchgebracht.

Der Mensch ist formbar, flexibel.

Er ist alles andere als Stillstand.

Sein Geist, seine Seele und sein Körper sind im ständigen Transformationsprozess.

Was ich heute bin, bin ich morgen nicht mehr.

Was ich heute lerne, denke, fühle wird mein Morgen formen.

Und das gilt für jeden einzelnen Menschen auf Erden.

Sei es ein Zuhälter, sei es eine Prostituierte, sei es ein Politiker oder ein Krimineller.

Und das alles ist nichts neues für uns. Viele Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, vor mir und aktuell, wissen davon. Es gibt unzählige Dokumentationen und Reportagen, Bücher und Magazine, die diese Eigenschaft von uns beleuchten.

Diese Erkenntnisse sind alt genug, dass sie in unsere operationalisierten Verfahren, also Systeme, ihren Platz haben müssen, wenn wir uns tatsächlich fortschrittlich schimpfen wollen.

Aber, und das ist ein Punkt, der mich ziemlich erschüttert, es ist in vielen Bereichen einfach nicht der Fall.

Aus meiner Sicht ist es, als würden wir in einer Art gesellschaftlicher Schizophrenie leben.

Es wird viel Blablabla über den Fortschritt erzählt, während aber an alten Glaubenssätzen und Strukturen krampfhaft festgehalten wird.

Das ist ein Merkmal einer kranken Gesellschaft, wenn man den Erkenntnissen aus der Soziologie Wert schenkt.

Und in einer kranken Gesellschaft kann niemand gesund bleiben oder aufwachsen.

Das ist unmöglich, weil das Naturgesetz besagt, dass dein Umfeld mitentscheidet, wie du dich entwickelst und auch, wie du dich nicht entwickeltest.

Nun denn.

Ausstieg – Vom Regen in die Traufe

Denke ich an die Mädchen, an die Frauen, die den Menschenhandel, die Prostitution überlebt haben und aussteigen möchten, dann geht mir das Messer in der Tasche auf, wenn ich daran denke, dass viele von ihnen an Möchte-gern-Helfer/-in geraten, die vorgeben zu helfen, aber in Wahrheit nur ein anderes Missbrauchsumfeld sind.

Ich denke die Frauen vom Netzwerk Ella oder vom Bundesverband Nordisches Modell können davon Lieder singen oder dicke Bücher schreiben.

Und dieser Vom-Regen-in-Traufe-Mechanismus trägt wohl auch maßgeblich dazu bei, dass der Ausstieg sehr lange dauert.

Jetzt komme ich wieder mit der Frage „Warum ist das so?“

Warum gibt es Menschen, die anscheinend meinen, dass es legitim oder cool oder angesagt ist, Überlebende von Menschenhandel / Prostitution weiter auszubeuten?

Liegt es daran, dass die Überlebenden so eine Art Ausstrahlung haben, was Täter antörnt sie wieder zu missbrauchen? So ungefähr wie „mit der kann man es ja machen“?

Oder ist es eine Art Zweck-Gebrauch. So nach dem Motto „wir brauchen ein Versuchskaninchen, jemand, den oder die wir für diesen Zweck opfern können“ (an dieser Stelle mal einen Zwincker an meinen Porno-Ex 😉 )

Dieser Mechanismus des wiederholten Missbrauchs spielt wohl bei den Serienkillern oder auch in den Netzwerken des rituellen Missbrauchs eine Rolle.

Die dunkle Seite der Macht. Suche dir Opfer, an denen du deine destruktiven Triebe ausleben kannst oder das für gewisse Drecksarbeiten gut zu gebrauchen ist.

Versteht mich richtig. Wenn ein Azubi die nötigen aber unliebsamen Arbeiten in einem Betrieb machen muss, ist das kein Missbrauch, sondern Aufgaben, die im gesetzlichen Rahmen gemacht werden müssen, damit der Betrieb läuft.

Aber, wenn man jemanden als Marionette benutzt, diese Person vorführt, ihr Informationen vorenthält und sie mutwillig, mindestens fahrlässig, in das symbolische Messer laufen lässt und man hier kriminelle Handlungsweisen erkennen kann, auch wenn dies noch im grauen Feld, also schwer zu beweisen wäre, ist es Missbrauch.

Mädchen, du wächst an deinen Aufgaben

Missbrauch ist eine Handlung, die gegen deine Grundrechte geht.

Wir leben in Deutschland, wo wir unsere Rechte und Pflichten haben, die wir auch verteidigen und bewahren müssen.

Und normalerweise ist unser System so aufgebaut, dass junge Leute mit der Zeit und Schule erlernen, was das für sie bedeutet.

Aber mir scheint, als würde dies nicht mehr durch die klassischen Lernsysteme in unserem Land gegeben sein, oder doch?

Wenn du etwas über deine Rechte und Pflichten erlernt hast, dann kannst du dein Umfeld danach beurteilen.

Im Wesentlichen siehst du dann, ob du dich in einem Umfeld befindest, das dir Gutes bringt oder das dir mehr Schlechtes bringt.

Du kannst dann auch die Informationen einschätzen, die man dir gibt.

Und wenn du zu der Entscheidung kommen solltest, dass es dir besser geht, wenn du dir ein neues Umfeld suchst, dann weißt du idealerweise, wie bzw. was du dann machen musst um in ein neues Umfeld zu kommen.

Natürlich klingt das im Theoretischen sehr easy. Aber im wahren Leben kann es anstrengend sein.

Denn du musst für dich selbst einstehen und Courage zeigen.

Du musst dir selbst ein Ziel setzen und solange daran arbeiten, bis der verdammte Kram endlich erreicht ist.

Koste es was es fast wolle.

Ein neues Umfeld Du dir schaffen musst

Bist du umgeben von Menschen, die dir eher helfen, dich inspirieren, dir handfeste Starthilfe geben?

Oder sind die Menschen in deinem Umfeld selbst überfordert und eher destruktiv.

Reden sie dir ein, dass du schwach bist, dass die Dinge alle schwierig sind, dass sie selbst zu blöd waren und dass sowieso die ganze Welt böse ist…?

Mädchen, wer sich ständig um deine Gefühle sorgt, hat selbst eine Therapie nötig

Thema Therapie. In meiner beruflichen Laufbahn (ja, ganz richtig gelesen) habe ich auch mit Psychotherapeuten arbeiten dürfen.

Ich habe einige Jahre Berufserfahrung in der Beratung von Menschen in Verantwortung, also Führungskräfte, sammeln dürfen.

Dabei konnte ich mein Wissen vertiefen und erweitern, was die Arbeit mit Menschen und Gruppen angeht.

Das Thema Therapie sehe ich selbst als eine Dienstleistung, auf die zu schnell zurückgegriffen wird.

Nicht jeder Zustand bedarf eine Therapie und im übrigen muss für eine Therapie eine Diagnose vorhanden sein.

Und hier sage ich: Achtung! Wenn einmal eine Diagnose gestellt wurde, diese dann in deiner Krankenakte hinterlegt ist, hast du ein Thema.

Denn es kommt öfter vor, dass falsche Diagnosen gestellt werden.

Falsche Diagnose = falsche Therapie, falsche Medikation

Stell dir vor, du wirst als bi-polar oder als schizophren oder sonst was diagnostiziert und es stimmt garnicht?!

Was für eine fatale Weiche damit für dein Leben gestellt werden würde?

Jahrelange Therapien und Medikation, die deine Gesundheit, deine berufliche Laufbahn, dein Image, ja dein ganzes Leben versauen.

Und alles, was du zur gegebenen Zeit eigentlich gebraucht hättest, wäre Anerkennung deiner schwierigen Situation und tatkräftige Unterstützung, sowie die ganz normalen Dinge, wie ein CEO eines Unternehmens auch braucht: Geld, Wohnung, ernstzunehmende Kontakte.

Nur nochmal zur Klarstellung: ich bin gesund und munter 😉

Ich selbst habe eine Ausbildung in Mentales Training absolviert und habe mich beruflich viel mit den Themen der Persönlichkeitsentwicklung und Personalentwicklung beschäftigt, die alle zur Psychologie, also zur Wissenschaft vom Erleben und Verhalten des Menschen, zählen.

Wer sich mit deinen Gefühlen auseinandersetzt und meint dich hier ständig beurteilen zu können, ist nicht im Sinne deiner Persönlichkeitsrechte.

Wer ist berechtigt, dich aufgrund deiner Gefühle zu beurteilen oder sogar zu verurteilen?

Grundsätzlich Niemand! Und das ist auch gesetzlich geregelt.

Vor allem wenn du in der Situation bist, wo du Hilfe benötigst, ist das sehr wichtig immer im Hinterkopf zu behalten.

Leute oder Organisationen, die deine Situation ausnutzen wollen oder dich in eine Ecke schieben wollen, benutzen oft Manipulationen auf Basis deiner Gefühle und Opferrolle.

Sie versuchen dich einzuschüchtern oder reiten ständig auf deiner vulnerabelen Situation rum.

Sie wollen dich in dieser Vulnerabel-Blase halten, anstatt dich an deine eigene Stärke und Fähigkeiten zu erinnern und dahingehend zu fördern.

Wenn du das feststellen solltest, dann brauchst du ein neues Umfeld.

Vulnerabel sind wir alle !!!

Es wird immer von der Vulnerabilität der Frau, des Mädchens, des Opfers gesprochen, was zu meinem Verständnis völlig falsch bzw. daneben ist.

Es muss von der Vulnerabilität der Situation, in der sich die Person befunden hatte, gesprochen werden.

Denn eines ist mal grundsätzlich der Fall: alle Menschen sind irgendwann, irgendwo vulnerabel. Und das mindestens einmal in ihrem Leben.

Die Vulnerabilität, die so viel bedeutet wie „angreifbar, verletzbar sein“ ist nicht eine Eigenschaft der Frauen aus der Prostitution. Sie ist die Eigenschaft einer Situation, wenn verschiedene Komponente zusammentreffen.

Beispiel einer vulnerabelen Situation einer jungen Frau, die in die Prostitution kommt:

  • hat keine Ausbildung
  • Eltern können ihr nicht helfen
  • braucht Geld für ihr Leben

Einer vulnerabelen Situation gehen immer destruktive Situationen voraus, die irgendwie noch kompensiert werden konnten. Bis es dann zu einer vilnerabelen Situation kommt, wo keine Kompensation möglich war.

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