Neues aus meiner Unterkunft – Du tust nichts, trotzdem bist du mittendrin Teil 2

Nach dem Sport fuhr ich direkt mit der S-Bahn nach Untertürkheim.

Von dort sind es nur noch 6 Minuten Fußmarsch bis zur Polizei-Station.

Auf dem Weg fallen mir zwei Wildpinkler auf, die gleichzeitig an einem jeweils anderen Baum standen und offensichtlich pinkelten.

Diese Ecke in Untertürkheim ist eine bekannte Wildpinler-Ecke.

Auch als ich regelmäßig mit meinem Fahrrad (gestohlen Oktober 2023) zum Sportverein fuhr, weil ich dort als Übungsleiterin meine Leichtathletik-Kids trainierte, habe ich an dieser Stelle regelmäßig Wildpinkler erwischt.

Wildpinkler in Untertürkheim

Überhaupt, was soll dieses wildgepinkele eigentlich? Ich denke nicht, dass es einfach nur eine Laune der Typen ist, die das tun. Könnte mehr dahinter stecken. (vielleicht ein Schwulen-Zeichen, damit die sich dort riechen oder so?)

Ich überholte die beiden Herren und sagte ihnen, dass sie beim nächsten Mal aufs Klo gehen sollen.

Ich konnte es mir nicht verkneifen. Warum auch? Man muss ja nicht beleidigen oder ausfallend werden, aber man muss die Leute ansprechen.

Ankunft Polizei Station Untertürkheim

Um Punkt 13 Uhr stand ich vor der Türe der Polizei-Station in Untertürkheim.

Ich am Eingang der Polizeistation Untertürkheim

Ich klingelte und eine Beamtin sprach durch den Lautsprecher, dass sie gerade noch am telefonieren sei. Ich solle warten.

Das tat ich auch.

Ich warte vor dem Eingang der Polizeistation bis ich hereingelassen werde ^^

Ich stehe also da und esse mir eine Banane, als da doch die Herren der Wildpinkelei vorbei gingen.

Welch Zufall??? 😀

Die Herren der Wildpinkelei vor der Polizeistation Untertürkheim gesichtet

Einer trug ein Hemd mit einer Deutschland-Fahne. Tsss… Wenn man so ein Hemd mit trägt, sollte man erst Recht nicht wild herum pinkeln. Meine Meinung.

Um 13:06 wurde ich dann per Knopfdruck in herein gelassen.

Frau H., die mit mir telefonisch diesen Termin vereinbarte, ließ mich herein und dann stand ich da in diesem Empfangsraum.

Ich holte brav meinen Ausweis raus und gab es ihr für die Überprüfung.

Dann sagte sie mir ich solle doch einfach loslegen und schildern was vorgefallen war. Natürlich sollte ich die Wahrheit sagen, so klärte sie mich auf.

Ich stand also da und fing an den Vorfall zu schildern, während sie dort an einem Stehtisch mit Computer stand, bereit meine Erzählungen in den Computer zu tippen.

Ich dachte mir dabei: hier würde doch ein Diktiergerät vielleicht auch KI eine super Sache sein.

Es könnte meine Erzählung viel schneller aufschreiben während die Polizistin mir zuhören könnte.

Natürlich könnte sich die Polizistin Notizen machen. Aber sie wäre vom gleichzeitigen Protokollieren einer Zeugenaussage sozusagen entlastet und könnte sich viel mehr auf die Zeugin / den Zeugen konzentrieren.

Der Eingangsbereich der Polizeistation Untertürkheim. Ich konnte hören, wie sie Personen unterhielten, weil das wohl dünne Wände sind. Wie hier sichtbar sind die Wände des Eingangsbereichs nicht durchgezogen, sondern lassen einen Spalt zur Wand, sodass eine Luft-und Schallverbindung mindestens zum oberen Stockwerk vorhanden ist.

Meine Zeugenaussage

Ich erklärte wo ich wohne (in Bad Cannstatt in einem Sozialhotel für Obdachlose seit Dez 2021)

Dann zum Vorfall: ich war bereits gemütlich eingestellt und lag in meinem Bettchen in meinem Zimmer, als ich spontan entschied, noch zu meinem Freund zu fahren. Er hatte mir geschrieben, dass er von der Arbeit nach Hause gekommen sei.

Ich ging in unsere Gemeinschaftsküche auf unserer Etage und stellte fest, dass Frau Nachbarin aus Zi. 15 mit drei Fremden Männern eine kleine Privat-Party auf dem kleinen Balkon veranstaltete.

Sie war stark betrunken. Die Männer waren ebenfalls betrunken.

Ich ging wieder zurück in mein Zimmer um mich umzuziehen und sagte dabei zur Frau Nachbarin, die ebenfalls auf dem Weg zum Klo war, dass das nicht so weitergehen kann, dass diese Leute sofort gehen müssen.

Fünf Minuten später. Ich war in meinem Zimmer, umgezogen, quasi bereit zu gehen, als ich etwas lautes aus der Küche hörte. Die Küchentür war zu.

Natürlich konnte ich nicht einfach fortgehen ohne nachzuschauen, was da los war. Schließlich wusste ich nun, dass da Leute sind, die hier nicht hingehören. Und dann sind sie auch noch betrunken, mit der Nachbarin..

Ich öffnete die Küchentüre und sah Frau Nachbarin auf dem Boden sitzend. Sie tat sich schwer aufzustehen.

Der Empfangsraum der Polizei Station Untertürkheim

Bei ihr stand der jüngere Typ von den dreien und faselte irgendwas vom aufhelfen. Aber offensichtlich waren alle zu betrunken.

Dann legte ich einen strengeren Ton an und forderte alle drei sofort zu gehen.

Die zwei anderen Männer saßen noch auf der Terrasse. Ich glaube der ältere hatte seine Hose geöffnet.

Ich ließ nicht locker. Es war eine schwerfällige Angelegenheit diese Typen Richtung Ausgang zu bekommen.

Währenddessen faselte Frau Nachbarin, die ich hinter mir hielt. Aber ich hörte ihr schon gar nicht mehr zu.

Jetzt galt erstmal diese Typen hier raus zu schaffen.

Ich nahm den jüngeren, der bereits in der Küche stand und immer noch die Hugo-Flasche in der Hand hatte und schon ihn von hinten Richtung Ausgang.

Ich stand mit ihm im Flur als dann plötzlich Herr Nachbar aus Zi 18 wütend vor uns stand.

Da dachte ich nur noch „oh man, jetzt wirds wild“ und so war es dann auch.

Innerhalb von Sekunden hatten sich alle vier Männer in eine Schlägerei verwickelt.

Mir blieb da nur ein großer Sprung aus dem Getümmel. Ich lief sofort zu meinem Handy in mein Zimmer und wählte die 110.

Es ging ein Beamter dran und ich sagte ihm, dass schnell jemand kommen muss, denn hier passiert gerade eine Schlägerei.

Ich gab meinen Namen an, die Adresse. Da fragte mich der Beamte was das für ein Haus sei.

Während ich das Handy am Ohr hatte, lief ich raus. Denn die Schlägerei hatte sich nach draußen verlagert.

Ich ging sodann raus und sah viele Polizisten vor der Haustüre, was mich natürlich erleichterte.

Den 110 Anruf beendete ich, da ich auch nicht den Eindruck hatte, dass dieses Telefonat über die 110 etwas taugt. (und diesen Eindruck hatte ich bereits bei den anderen Telefonaten mit der 110 auch)

Screenshot vom 10.10.26 von meiner Anrufliste zu 110

Nun, die Situation Vorort war wohl soweit unter Kontrolle.

Und die Polizisten, die wegen dem Cannstatter Wasen in der Nähe stationiert waren, haben die Situation wohl schnell erkannt und schnell geholfen.

Es waren viele Polizisten. Mindestens 10 Leute.

Zwei von ihnen haben mich kurz nach meinen Kontaktdaten gefragt und ob ich etwas gesehen hätte. Ich bejate und gab meine. Ausweis her.

Dann fragten sie mich, ob ich hier arbeiten würde. Das fand ich ein bissl witzig.

Was soll ich hier arbeiten? Ich verneinte und sagte, dass ich hier wohne.

Dann fragten sie mich, ob ich von den Männern, die da standen, jemanden erkenne. Und ich bejate natürlich.

Dann schloss ich die Türe von Herrn Nachbars Zimmer ab und brachte ihm den Schlüssel.

Herr Nachbar war gegen das Nachbarhaus angelehnt und augenscheinlich arbeitete noch das Adrenalin in ihm. Die Polizisten standen bei ihm.

Er sagte mir etwas. Aber ich konnte nur Bruchstücke verstehen, weil er sehr schnell gebrochenes Deutsch redete.

Ich sagte, dass alles gut ist und er sich jetzt beruhigen kann und gab ihm sein Schlüssel.

Dann holte ich meine Sachen, zog die Jacke an und verließ das Spektakel und machte mich auf den Weg zu meinem Freund.

Von dem Zeitpunkt an, wo ich zum ersten Mal in die Küche ging, bis ich mich dann zu meinem Freund aufmachte, verging ca. eine halbe Stunde.

Ein paar Tage später

Ein paar Tage später traf ich Herrn Nachbarn in der Küche wieder und fragte, was ab geht.

Er fing sofort an wie ein Wasserfall zu reden, was letztens passiert war.

Er erzählte mir, dass er schon vor mir, also an dem Freitag Abend, bevor ich etwas mitbekam, bereits Diskussionen mit den Typen und mit Frau Nachbarin hatte.

Und dass diese Diskussionen wohl nicht schön waren.

Er ging dann in sein Zimmer und kam erst wieder heraus, als er meine laute Stimme hörte.

Er sagte mir auch, dass er sofort raus zu den Polizisten gelaufen ist und diese um Hilfe bat.

Das fand ich gut und das sagte ich ihm auch so.

Gut, dass diese Schlägerei frühzeitig gestoppt werden konnte.

Ich erzählte weiter, dass Frau Nachbar und Herr Nachbar sich nicht so gut verstehen, da sie wohl mal etwas zusammen hatten und dann wohl nicht mehr.

Hier flog im Sommer dann auch mal eine Tüte Geschirr durch die Küche und krachte hinter mir gegen die Tür, woraufhin das Geschirr zersplitterte und ich wieder mittendrin statt nur dabei war.

Aber gut, dass mir damals ebenfalls nichts passiert war.

Frau H., die Polizistin, fragte nach den Kontaktdaten von den Vermietern und ich gab ihr die Telefonnummer und die Email Adresse, die bei uns im Schaukasten hängt, weiter.

Dann beschrieb ich noch wo die Überwachungskameras bei uns angebracht sind.

Damit war meine Aussage beendet.

Zum Ende der Aussage kam eine weitere Polizistin in den Raum und hörte zu.

Dann sagte mir Frau H., dass sie damit soweit keine Fragen mehr hat und bedankte sich für meine Aussage.

Ich musste nichts unterschreiben und bekam auch keine Kopie (worüber ich jetzt nicht traurig bin)

Somit war ich noch vor 14 Uhr fertig und konnte nach Hause gehen.

Eine Art Merkzettel provisorisch auf die Theke geklebt, bei der Polizei Station in Bad Untertürkheim

Teil 1

Neues aus meiner Unterkunft – Du tust nichts, trotzdem bist du mittendrin

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