Notfall Fitness Studio Olga Krankenhaus – Mein Herz?

Donnerstag Nachmittag

Donnerstag Nachmittag ging ich zum bekannten Döner-Laden am Rotebühlplatz in Stuttgart namens „Beykebab“ und holte mir einen normalen Yuvka, wie ich das in den letzten paar Monaten vielleicht drei oder viermal bei diesem Döner-Imbiss tat.

Die Verkäufer kenne ich mittlerweile vom sehen her und sie kennen mich. Und schon vom ersten Besuch an waren sie ziemlich neugierig und fragten mich wo ich wohne, wie ich heiße.

Ich bestellte meinen Döner-Yuvka „normal“ und wartete an der Kasse, die im vorderen Bereich des Imbisses, das in einem Haus am Rotebühlplatz in Stuttgart, eingebettet ist.

Im vorderen Schaufenster-Bereich befindet sich der Döner-Spies und direkt dahinter ist der Bereich, wo die Endverarbeitung stattfindet und wo sich auch die Kasse befindet. Weiter hinten in diesem Verkaufsraum passiert kein Tagesgeschäft. Nur vorbereitende Maßnahmen, wie Soße zubereiten, Gemüse waschen und zerkleinern, etc..

Ich stand also im vorderen Bereich und wartete auf mein Döner-Yuvka. Ich sah bereits ein flaches Brot mit Zwiebeln und Gemüse auf dem Eisen liegen und hatte angenommen, dass dies mein Döner-Yuvka war. Denn es war sonst niemand vor mir oder hinter mir. Ich war zu diesem Zeitpunkt die einzige Kundin.

Als plötzlich ein Mann mit einem Döner-Yuvka aus dem hinteren Bereich kam und mir diesen übergab. Ich erinnere mich, dass ich überrascht war, woher der Mann jetzt kam. Aber ich machte mir sonst keine großen Gedanken darüber. Als ich in den Döner-Yuvka beißen wollte, sah ich weiße Soße oben drauf, was sonst nie der Fall war.

Sonst wurde die Soße auf das offene Brot, auf das Fleisch und Gemüse längs verteilt und dann wurde das Ganze zusammen gerollt. Auf diese Weise war nie Soße oben drauf, in dieser Menge zu sehen.

Am selben Abend bekam ich ordentlichen Durchfall. Und zwar wasserfallartig. Ich ging dreimal am Abend auf die Toilette und am nächsten Tag musste ich noch zweimal auf Toilette wegen Durchfall.

Ich fühlte mich nicht schlecht. Hatte keine Schmerzen, mir war nicht übel oder hatte Kopfschmerzen. Es war sonst alles okay. Nur hatte ich diesen Durchfall. Und ich trank aus diesem Grund nochmal eine Flasche Wasser an dem Abend bevor ich mich schlafen legte.

In den letzten paar Nächten konnte ich nicht wirklich schlafen, weil wir eine Stechmücken-Plage haben. Ich wurde seit dem an meinen Beinen total zerstochen und es juckt ohne ende.

Freitag Vormittag

Da ich mich am nächsten Tag, Freitag, jedoch okay fühlte, ging ich zum Fitness Studio. Vorher machte ich mir zu Hause noch einen Proteinshake mit Wasser, trank nochmal Wasser, aß eine Banane und machte mir Magnesium- und Calcium- Brausetabletten in meine Wasserflasche, die ich immer zum Sport mitnehme.

Ich holte mir noch eine Packung Reiswaffeln bei Denns Biomarkt und dann ging ich zum Fitness Studio hoch.

Mein Training

Dann ging ich nochmal auf die Toilette. Der Durchfall war am Ausklingen. Es war quasi nochmal der letzte Rest Durchfall, den ich an diesem Morgen hatte. Es war minimal, nicht mehr diese Wasserfälle, wie ich es gestern Abend hatte.

Ich fühlte mich gut und hatte keinen Grund keinen Sport zu machen.

Ich bin jemand, die, wenn sie sich nicht gut fühlt, kurzerhand die Sport-Pläne für den Tag streichen würde. Auch, wenn ich fertig umgezogen im Fitnessstudio sein würde, würde ich mich nicht gut fühlen, würde ich es sein lassen. Und das kam das ein oder andere mal vor.

Dieses mal war alles fein, also machte ich, wie ich es vor hatte, mein Krafttraining.

In dieser Woche machte ich am Dienstag das letzte Mal Krafttraining, am Mittwoch ein Ausdauertraining und am Donnerstag machte ich Pause.

Ich machte 6 Kraft-Übungen und lies mir dabei Zeit. Mein Herzschlag stieg mit jeder Übung langsam auf. So, wie es immer war. Also keine Auffälligkeiten. Während des Krafttrainings fühlte ich mich wie immer, wenn ich Krafttraining mache. Es ist anstrengend, aber macht Spass.

Ich trainierte zwei Stunden, wie gesagt, ich ließ mir Zeit, ging zwischendurch zum Wasserspender, füllte dort meine Flasche voll und trank in Ruhe.

Auch während des Trainings trank ich zwischen jeden Sätzen mehrere Schlucke Wasser. So, wie ich das immer mache. Während des Trainings machte ich meine Flasche, in der 1 Liter oder mehr passt, mindestens dreimal voll. Also habe ich in dieser Zeit drei Liter Wasser getrunken.

Danach ging ich für 5 Minuten in die Sauna. Die Sauna ist 80-85Grad warm. In der Sauna fühlte ich mich auch wie immer. Danach ging ich in die Umkleide und zog mich an und föhnte meine Haare, wie immer. Vor der Sauna aß eine zweite Banane für diesen Tag, die ich von der Schwäbischen Tafel e.V. hatte.

Ich war fertig angezogen, geduscht, geföhnt, cremte mein Gesicht mit meiner Nivea Body Lotion ein, trank nochmal aus meiner Flasche, die ich während der Sauna in meinem Spint Schrank eingeschlossen hatte, kippte den Rest weg und räumte meine Tasche ein.

Gegen 13:20 fing es an

Ich hatte meine Tasche fertig gepackt , da bemerkte ich, dass es mir nicht gut geht. Ich legte mich auf die Bänke in der Umkleide und wartete ab. Doch es wurde nicht besser und ich rief Laura um 13:23Uhr über Whatsapp an, dass sie schnell kommen und mir Wasser bringen soll.

Das Telefonieren hat mich schon extrem angestrengt und ich war bereits sehr damit beschäftigt mich zusammenzureissen, weil ich mich fühlte, als würde ich jeden Moment weg sein.

Ich lag auf den Bänken, Laura kam mit Wasser und blieb bei mir, hielt meine Hand und fragte mich, ob ich Sternchen sehe und wie ich mich fühlte. Ich gab kurze Antworten, alles andere war mir zu anstrengend. Ich fühlte mich als würde ich um mein Leben kämpfen. Sprach zu mir selbst, dass alles gut wird, drückte Lauras Hand feste und sagte ihr sie soll bei mir bleiben.

Die Sanitäter kamen und machten ihre Arbeit. Sie wollten mich aufrichten, doch das war nicht möglich. Ich musste ziemlich flach liegen und durfte mich nicht viel bewegen, sonst wäre es noch schlimmer geworden.

Sie brachten die Kleber für die Messgeräte auf meinen Oberkörper an und versuchten positiv zu sein, indem sie irgendwas sagten und viel lachten. Ich bekam nichts von all dem Gesprochenen mit, sondern ich war mit mir und meinem Herz-Kreislauf-System beschäftigt.

Sie fragten mich, ob ich aufstehen könne oder ob ich selbst auf die Liege rutschen könne, doch das war auch nicht möglich. Ich war damit beschäftigt mein Herz zu beruhigen, Schlimmeres zu verhindern und ich wollte mich so wenig wie möglich bewegen.

Ich hatte Todesangst. Zwar kenne ich diese Angst, aber es ist immer wieder scheisse das zu fühlen. Mein Körper schüttelte sich und es war eiskalt.

Ich wusste nicht woher das jetzt kam. Ich bin ein gesunder Mensch. Also was ist jetzt los? Warum spielt mein Herz so verrückt?

Die Sanitäter hievten mich auf die Trage. Ich musste weinen. Was für eine Scheisse passiert hier gerade? dachte ich. Sie fuhren mich mit der rollenden Trage durch das Fitnessstudio. Alle konnten also sehen, wie ich per Notfall-Sanitäter aus dem Fitness Studio raus gerollt wurde.

Auf der Fahrt bat ich den Sanitäter etwas zu erzählen. Das tat er auch. Laut und deutlich. Allerdings hab ich kein Wort verstanden. Ich habe zwar gesehen und gehört, dass er etwas redet. Aber was er redet, hätte ich nicht wiedergeben können. Es war anscheinend etwas witziges. Denn er lachte irgendwann, wohl zum Schluss.

In der Notaufnahme des Olga Krankenhauses

Es ging ins Olga Krankenhaus. Ich hatte bereits böse Erfahrungen mit diesem Krankenhaus in 2013 gemacht. Und das ließ mir kein gutes Gefühl aufkommen. Aber ich hatte wohl keine andere Wahl. Sie fuhren mich dort hin, lieferten mich dort aus.

Schnappschüsse aus der Notaufnahme

Ich bin ein Typ Mensch, ein Typ Frau, der man es nicht ansieht, ob sie Schmerzen hat, ob sie in Stress ist oder ob es ihr mies geht. Nur Leute, die mich gut kennen, können das vielleicht sehen.

Mein Körper ist auf eine Weise ziemlich robust. Es muss viel passieren, bis ich mich übergebe. Auch war ich noch nie in meinem Leben ohnmächtig. Ich kann ein Wurstebrot essen während ich mir eine Herzoperation mit viel Blut anschaue.

Ich hab mich als Schülerin schon immer darüber gewundert, warum andere Mädels so schnell bewusstlos wurden oder irgendwelche Gesundheits-Dramen hatten, wenn mal auf Klassenfahrten oder bei Partys viel Alkohol getrunken wurde. Ich war zwar stoned oder betrunken, aber ich war immer hellwach und ich habe immer registriert, was um mich herum passierte.

Mein Körper kann wohl viel aushalten und dabei immer noch gut aussehen. Ich bin wohl jemand, der man viel zutraut. So hat damals meine Trainerin immer gemeckert, dass ich mehr Gewicht nehmen soll, weil ich wohl für sie so aussehe, dass ich das kann.

Dafür bin ich wohl eher an anderer Stelle sensibler. Jedoch ist das für andere Menschen nicht so greifbar, weil ich in einer Art Krieger-Körper stecke.

Krieger kennen keinen Schmerz.

Krieger können viel aushalten.

Krieger sind gefährlich.

Krieger sind zum fürchten gemacht.

Eine Frage finde ich ebenfalls spannend, was gewesen wäre, wenn jemand, die körperlich nicht so drauf ist wie ich, in diesen Zustand gekommen wäre?

Hätte sie das überlebt?

Hätte sie es auch überhaupt so früh bemerkt, dass da gerade was nicht gut läuft?

In meiner Arbeit als Personaltrainerin habe ich immer wieder festgestellt, wie weit entfernt Menschen von ihrem Körper sein können. Vor allem Männer.

Sie können Signale, die von ihrem Körper kommen, nicht richtig deuten, geschweige registrieren sie diese überhaupt.

Ich tue das. Und deshalb habe ich absolut richtig gehandelt, dies ernst zu nehmen und mir Hilfe zu holen.

In der Notaufnahme war nicht viel los. Es herrschte eher eine entspannte Atmosphäre. Ich sah niemanden hektisch rumlaufen, kein Blut, keine lauten Zurufe oder irgendwas, was darauf hin deutete, dass in dieser Notaufnahme des Olga-Krankenhauses viel los wäre.

Ich kam in ein Notfallraum und sollte nun diese Klebeteile alle von meinem Körper nehmen, weil sie ein EKG machten.

Sie zogen mir die Manschette für das Blutdruckmessgerät an und stülpten mir ein weiteres Messgerät für den Puls über meinen Finger.

Dann kam einer der Sanitäter in den Raum und brachte die Papiere mit den Messergebnissen, welche sie von Anfang an aufgenommen und wohl erst zerknüllt hatten. Er entknüllte diese und streifte sie wieder glatt auf dem Board in der Notaufnahme.

Die deutsche Pflegerin, mit den langen, glatten, blonden Haaren und der feinen Brille fragte mich Sachen an, genauso, wie es die Sanitäter getan bzw. versucht hatten

Sei ich schwanger?

Ich antwortete mit vielleicht. Da sagte einer der Sanitäter „Herzlichen Glückwunsch“ Und ich dachte mir nur, was das jetzt sollte..

Wann war ihre letzte Periode?

So gegen Ende des letzten Monats.

Sind sie allergisch?

Ich antwortete Nein, ich habe keine Allergien.

Nehmen Sie Medikamente?

Nein, außer 1x die Woche Vitamin D, jeden zweiten Tag eine Fischölkapsel, fast täglich Proteinpulver und was ich vergessen hatte zu sagen, ich nehme unregelmäßig, jeden zweiten Tag Kreatin-Pulver. Aber ich nehme weder Verhütungsmittel, noch irgend welche anderen Medikamente.

Haben Sie Schmerzen, Übelkeit?

Nein.

Bekommen Sie schwer Luft?

Ja, es ist schwer zu atmen.

Und auch hörte ich von den Sanitätern, der Ärztin, von dem Personal in der Notaufnahme die Frage, ob ich viel Sport machen würde.

„Machen Sie viel Sport?“

„Das sieht man“

„Haben sie immer so einen niedrigen Puls?“

Das alles ging sehr schnell. Ich sagte, dass es mir sehr kalt ist und ob ich etwas zu trinken bekommen kann, weil mein Mund so trocken ist.

Sie gaben mir eine dünne Wolldecke und ein dunkel blaues Tuch, das mich wärmen sollte. Es war besser als nichts.

Sie gingen dann alle aus dem Zimmer und machten alle Türen zu.

Und die Türen blieben zu. Und ich hatte einen trockenen Mund und dieses Problem, fühlte mich nicht gut. Ich rief „Hallo“ kann mir jemand etwas zu trinken geben? Keine Antwort. Ich rief nochmal „Hallo“.. Irgendwann rief ich „Hilfe“ und es kam keine Antwort. Ich bekam Angst. Warum machen die alle Türen zu und warum piepst dieser Monitor, ohne dass noch etwas an mir dran ist. Denn die Dinge gingen alle ab von mir, aber der Monitor piepste weiter.

Dann kam die Frau mit den langen blonden Haaren herein, machte den Monitor aus und sagte, dass das eh nicht richtig funktioniert.

Ich fragte nach Wasser und sie gab mir nur ne schnippische Antwort zurück, dass ich hier nicht die einzige sei.

Ich hatte immer noch dieses Problem mit meinem Kreislauf oder Herz oder was es war und alles reden und bewegen kostete mich gefühlt eine Menge Kraft. Aber ich hatte den Eindruck, dass die Leute mir hier nicht wohl gesonnen sind und hatte Angst, dass es noch schlimmer wird oder noch etwas weiteres mit mir passierte.

Ich wusste nicht, ob es besser wird. Eigentlich konnte das ja keiner wissen. Meine Herzfrequenz war nicht so hoch, dass es andere alarmieren würde. Aber ich hatte alle anderen Symptome und die Mitarbeiterin im Fitness Studio beschrieb mein Gesicht und meine Hände als papier weiß, mein Körper schüttelte und mir war eiskalt, so wie die Angestellte des Fitness Studios meine Hände als eiskalt beschrieb und auch meine Pupillen waren wohl nicht normal.

Jetzt lag ich an dem Ort, wo ich doch sicher sein könnte, dass alles gut wird und ich aus meiner Todesangst geholt und beruhigt werden würde. Doch das Gegenteil war der Fall. Ich bekam noch mehr Angst und musste was tun.

Ich schrieb meiner Mutter, „Hilfe, die lassen mich hier verrecken“ Sie rief zurück und ich erzählte mit meinen letzten Kräften, dass die mich hier alleine in dem Raum liegen lassen und die Türen zu gemacht haben.

Aber, bevor ich meine Mutter kontaktierte, hatte ich 110 gewählt und die Polizei angerufen. Es ging auch jemand dran, aber das half nicht. Denn ich stellte fest, dass man mich dort nicht ernst nahm. Ich sagte, ich bin in der Notaufnahme im Olga Krankenhaus und man lässt mich hier alleine in einem Raum und hat alle Türen zugemacht. Mir geht es schlecht. Bitte helfen sie mir. Dann hab ich nicht mehr weiter machen können.

Als die Frau mit den blonden langen Haaren reinkam, fragte ich warum sie alle Türen zumacht und sie sagte mir, das dies wegen Datenschutz so gemacht werden würde.

Dann bekam ich mit, wie die Frau mit den blonden langen Haaren wohl mit meiner Mutter telefonieren musste. Sie war sehr freundlich zu meiner Mutter am Telefon und sagte, dass sie hier alles machen würden.

Danach, vielleicht ein paar Minuten später, kam dann eine weitere Frau, zierlich, lange, blonde, dünnere Haare, keine Brille, ausländischer Akzent. Sie war wohl die Ärztin, die ich zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal sah. Und sie stellte mir wieder die Fragen, die ich bereits beantwortet hatte. Nun blieb sie bei mir und dies beruhigte mich allmählich.

Ich hatte den Eindruck, dass sich nun jemand um mich kümmert.

Während der ganzen Zeit dort in der Notaufnahme war es nie hektisch. Niemand sah gestresst aus. Es war nicht laut. Es kam auch kein Notfall-Patient rein, wo akute Lebensgefahr drohte.

Es war allgemein eine ruhige Atmosphäre in der Notaufnahme und es schien, als wäre niemand mit zu viel Aufgaben beschäftigt.

Die Ärztin blieb bei mir und schloss mich wieder an das EKG an. Man nahm mir drei Ampullen Blut ab und ich bekam eine Infusion.

Zwar fühlte ich mich immernoch schwach, aber ich merkte, dass es mir besser ging.

Über die ganze Zeit checkte ich immer wieder meinen Herzschlag auf meiner Garmin-Uhr und ich konnte feststellen, dass er langsam runter ging.

Während dieses Aufenthaltes, von ca. 14-17:30 Uhr war ich zweimal auf der Toilette und musste lange pinkeln.

Nein, ich hatte keinen erhöhten Puls und auch mein Herzschlag war nicht in einem der Bereiche, wo die Norm sagt, dass dies ein kritischer Wert ist.

Vielleicht ist das der Grund, warum man mich offensichtlich in meiner Not nicht ernst nahm.

Die Ärztin schrieb den Bericht und gab mir diesen ausgedruckt. Auch notierte sie den Namen meines Hausarztes.

Ich verließ die Notaufnahme um ca 17 Uhr und ging nach Hause.

Ich fühlte mich benommen und ich sah auch so aus, als hätte mein Körper gegen etwas heftig gekämpft.

Fragt sich nur was?

Ab und zu fühlte ich mich nochmal komisch, aber das ging dann auch wieder weg. Ich ass etwas und machte nicht mehr viel an diesem Tag.

Freitag Abend – nochmal ins Krankenhaus

Abends lag ich ruhig im Bett, schaute mir eine Serie an. Es war schon spät und meine Garmin zeigte einen Ruhepuls von 46 an.

Ich bin wohl eine Ausdauersportlerin. Wie beschrieben, haben mich das die Ärztin in der Notaufnahme und auch die Sanitäter gefragt, ob ich viel Sport machen würde. Denn sie fanden meinen Puls interessant.

Es wurde bei mir gemessen: 91/58

Ich antwortete, dass das stimmt und das mein niedrigster Ruhepuls, den ich je gemessen habe, bei 37 Schläge pro Minute lag.

Also mein Puls, mein Blutdruck sind eher unter dem Durchschnitt.

Und vielleicht lernt man das auch als medizinisches Personal, dass bei Sportlern in dieser Kategorie andere Maßstäbe gelten…?

Ich lag also in meinem Bett und gewöhnte mich an den Gedanken, dass das jetzt vorbei ist.

Plötzlich fühlte ich mich wieder komisch und schaute auf meine Garmin. Man Herzschlag schoss von 47 auf 110. Ich bekam Angst und dachte, okay, ich gehe in die Küche und trinke Wasser. Ich hatte es schwer zur Küche zu gehen und fühlte mich, als würde ich gleich ohnmächtig werden.

Ich rief also wieder 112 den Notruf an.

Der Mann am anderen Ende war nett. Er nahm alles auf, das Reden und Atmen fiel mir wieder schwer. Ich lag in dieser Position in meinem Bett, wie ich es nach der Küche erreicht hatte und rührte mich nicht. Mein Instinkt sagte mir, dass ich mich nicht bewegen darf und blieb also in dieser komischen, unbequemen Position.

Wenige Minuten später kamen drei Sanitäter. Ich sagte Ali, meinem Nachbarn Bescheid, dass er bitte die Türe aufmachen soll. Was er auch tat.

Und das Ganze wiederholte sich. Sie fragten mich wieder die Kernfragen als Anamnese ab und klebten mir diese Pflaster für das Überwachungs-EKG auf die Stellen.

Ich konnte diesmal selbst zum Krankenwagen laufen und setzte mich auf den Stuhl.

Die Sanitäter waren sehr nett und anständig.

Der Sanitäter, der mich interviewte, meinte dann, dass es auch psychische Ursachen für solche Situationen geben kann.

Da rollte ich innerlich wieder die Augen.

Klar, wenn es keine typischen Anhaltspunkte gibt, dann ist es für die Leute im Gesundheitswesen heut zu Tage immer die Psyche. Ich frage mich woher das kommt?

Wie wärs denn mal mit einer Vergiftung?

Es könnte doch auch sein, dass ich vergiftet wurde? Kein einziger Mediziner hat da mal dran gedacht.

Auch habe ich gesagt, dass ich vielleicht schwanger sein könnte.

Aber es wurde überhaupt keine Urin-Probe genommen. Genauso wenig wurde eine Stuhlprobe von mir genommen.

Aber Urin und Stuhl wären wichtig für eine Untersuchung, um eine toxische Indikation auszuschließen.

Wenn man ein bisschen aufmerksam ist und so ein bisschen verfolgt, was mit Frauen oder allgemein mit Leuten im Sport oder als Aktivisten für Frauenrechte aktuell passiert, wie viele junge, kern gesunde Menschen an plötzlichem Herzstillstand sterben, ist doch wohl mal angesagt, hier ein paar mehr Ohren und Äuglein in der Notfallmedizin aufzusperren und anstelle dieses lächerlichen Psycho-Gequatsche sollte doch mal das Thema K.O.-Tropfen, Drogen und anderweitige Vergiftungen auf den Schirm der Sanitäter und Notfallmediziner kommen.

Ich wurde auch gefragt, ob ich Migräne hätte und ob in meiner Familie Herz-Kreislauf Erkrankungen bekannt seien.

Ja, ich habe mit Migräne zu tun, seit ich 13 geworden bin. Heute bekomme ich vielleicht einmal im Jahr Migräne. Als es mit 13 anfing, hatte ich jede Woche einen Anfall. Mit Aura? fragte der Sanitäter. Ich bejate.

Meine Oma starb an einem Herzinfarkt mit Anfang 60. Jedenfalls ist das die Story, die verkauft wird.

Wieder in der Notaufnahme

Nun war ich wieder in der Notaufnahme. Und die Notfallärztin fing direkt wieder an auf die Psycho-Schiene zu gehen und erzählte wieder irgendwas von Angst.

Ich antwortete mit der Beschreibung meiner Situation und dass ich meine Gesundheit und mein Leben sehr ernst nehme und dass ich deshalb hier in der Notaufnahme bin.

Sie meinte, dass sie nicht dafür da seien zu schauen, ob ich gut schlafen könne.

Ich dachte auf diese Aussage nur „wow, was soll das?“ Wie soll ich das verstehen?

Es war eine Aussage, die ich als ziemlich deplatziert empfand und auch fragte ich mich, woher das kam?

Wieso meint diese junge Ärztin mit ausländischem Akzent und dunklen Haaren, so herablassend, respektlos und Empathie-los mit mir reden zu können?

Aber das passiert mir nicht das erste Mal, dass man so mit mir umgeht, wenn ich Hilfe suchte. Ich frage mich nur, was in Stuttgart so umgeht, dass ein paar Leute so komisch drauf sind, wie diese Ärztin oder diese Pflegerin vom Nachmittag?

Nun, anscheinend hat die gute Frau nach meiner Antwort ihre Meinung über mich geändert und wir haben ausgemacht, dass ich zur Beobachtung über Nacht hier bleibe.

Ich bekam zur Überwachung meines Herz-Kreislaufsystems einen Monitor angeschlossen und eine Krankenpflegerin holte mich ab und brachte mich in ein Zimmer, wo ich die Nacht verbracht habe. Sie hat sich meine Telefonnummer und die meiner Mutter notiert.

Ich war beruhigt, dass man das so machte. Mein Herzschlag machte keine Anstalten mehr rauf zu gehen.

Er war fein konstant bei 45, wenn ich im Bett lag. Aber ich war nun guter Dinge, weil ich im Falle eines Falles bereits in guten Händen sein würde und man mir schnell helfen könnte.

Die Nacht und der nächste Tag waren unauffällig. Ich bekam zu Essen, zu Trinken und die Oberärztin kam nach dem Mittagessen und meinte, dass, wenn ich heute gehen wollte, sie damit keine Probleme hätte.

Später ging ich zur Personal-Station und gab Bescheid, dass ich gerne gehen möchte. Die riefen dann wohl die Oberärztin an und fragten nach. Sie bekamen eine positive Rückmeldung und erlösten mich vom Venenzugang und den Klebern auf meinem Oberkörper.

Die Behandlung auf der Station war gut. Nicht zu vergleichen mit der in der Notaufnahme.

Um 17 Uhr verließ ich das Olga Krankenhaus mit meinen Schlafklamotten. So, wie ich am Vorabend aus dem Haus gegangen bin: mit meiner kurzen Schlafhose, T-Shirt und Handtasche. Klar, dass man dann jemanden trifft, den man kennt.

Einen Inder und eine Damen aus Schottland saßen rein zufällig in meiner U-Bahn und trafen mich an der Station, wo wir alle rein zufällig zusammen ausgestiegen.

Am Mittwoch hatte ich dann den Termin bei meinem Hausarzt.

Mein Kommentar

Ich bin schockiert von der Art und Weise, wie mit mir als Notfallpatient in diesem Krankenhaus umgegangen wurde.

Das Krankenhaus gehört zu einer Aktiengesellschaft und so, wie es die Webseite zeigt, gibt es Richtlinien für die Arbeitsweise.

Ich bezweifle, dass der Umgang mit mir diesem Verhaltenskodex entsprach.

Dokument Compliance Verhaltenskodex von Sana Kliniken

https://www.sana.de/unternehmen/ethisches-handeln-und-compliance

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