Mein Vater ist gestorben – Rest in Peace

Es ist ein Vorkommnis, dass jeder Mensch einmal in seinem Leben irgendwie durchleben muss.

Das harte Gesetz der Natur: der Tod.

Mein Vater wurde 1963 geboren und starb in seinem 63. Lebensjahr.

Er war für mich viele Jahre lang eine komische Person.

Auf der einen Seite hatte er eine anpackende, ja kriegerische Art und war so leidensfähig für andere, die er liebte und auf der anderen Seite war er so gegen den Krieg, dass er wohl alles dafür tat nicht zur Bundeswehr zu müssen.

Unser Verhältnis war bis zu meinem 13. Lebensjahr sehr gut.

Er war mein Vater, auf den ich stolz war, mit dem ich tolle Sachen machen konnte.

Seine Meinung stand über alle anderen Meinungen für mich.

Er war mein Vorbild und er war auch mein größtes Hindernis.

Kurz vor unserem Umzug, 1997, änderte sich unser Verhältnis. Nicht zum Guten.

Mit diesem Umzug verlor ich nicht nur meine alte Heimat, wo ich aufwuchs, meine Schule, meine Selbstständigkeit und meine Wurzeln, sondern mit diesem Umzug ging die schönste Zeit meines Lebens zu Ende.

Im Jahre 1997 began mein persönliches dunkles Zeitalter

Das Verhältnis zu meinen Eltern, so zu meinem Vater, wurde schlagartig schlechter.

Der Umzug liegt nun 29 Jahre zurück. Und es sollten noch weitere Dinge passieren, die meine Beziehung zu meinen Eltern beeinflussten. Und leider nicht zum Guten.

Ich habe vor Jahren den Kontakt zu meinen Eltern komplett abgebrochen, weil ich keine andere Möglichkeit mehr sah.

Letztes Jahr bekam mein Vater dann die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs, 4. Stadium. Der Krebs hatte schon gestreut.

Diese Diagnose war die sichere Vorhersage des unfreiwilligen, in naher Zukunft eintreffenden Todes meines Vaters.

Ich war hin und hergerissen, ob ich ihn besuchen soll.

Am Ende entschied ich ihn zu besuchen.

Aus Respekt und aufgrund den guten Erinnerungen mit ihm aus meiner Kindheit.

Mein Vater zeigte mir das Laufen

Meinen ersten Lauf, der so um die 3-5 km lang war, machte ich mit meinem Vater durch das Kerkerbachtal.

Ich war gerade 9 oder 10 Jahre alt und ich weiss noch wie ich mich gefreut habe, dass er mich mitnahm.

Der Lauf war schön und anstrengend und ich höre ihn immer noch zu mir rufen „Komm Bianca, als weiter…. wir essen zeitisch“

Heute, wenn ich zurückschaue, dann sehe ich meinen Vater, wie er in seinem unerträglich stoischem Dasein alles getan hat, um uns unsere Selbstständigkeit und Freiheit zu vermitteln und zu fördern.

Es gibt niemanden auf der Welt, der sturer ist, als mein Vater es war.

Er war eine echte Führungspersönlichkeit.

Ein Mann mit Werten, die er immer vertrat und bei allem, was er getan hat, vermittelte.

Spätestens jetzt, nach mit seinem Tod, bin ich davon überzeugt, dass wir Menschen auch spirituelle Lebewesen sind.

Wir kommunizieren miteinander ohne unseren Mund zu benutzen.

Und wir tun das über den Tod hinaus.

Ich bin die Tochter meines Vaters

Bis dann, Papa!

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