Hallo geehrte Frauen,

ich war auf der letzten Aktionärshauptversammlung von Nemetschek SE. Die fand in München statt, wo auch der Unternehmenssitz ist.

Da ich erst seit kurzem Aktionärin bin und mich somit ganz frisch in diesem Bereich bewege, wollte ich natürlich auch die Hauptversammlung wahrnehmen und mich umschauen. Nun, das habe ich getan. Und bis heute bin ich dabei diese Eindrücke, die ich gewonnen habe, zu verarbeiten.

Es gibt für mich Gutes, wie auch weniger Gutes, was ich aus dieser Begebenheit mitnehme.

Das Gute, was ich mitnehme ist, ich habe Frau Beate Sander live anhören können. Den Namen habe ich zuvor noch nie gehört. Wer ist Beate Sander? Sie ist Buchautorin und engagierte Aktionärin. Und ich fand ihren Vortrag super!

Ehrlich. Wäre sie die Hauptrednerin für diese Versammlung gewesen, wäre ich freiwillig den ganzen Tag da geblieben. Und da komme ich auch schon zu dem Punkt, den ich weniger gut fand.

Die Hauptversammlung startete ca. um 10:30 Uhr und endete ca um 13 Uhr. In weniger als drei Stunden wurden uns Aktionären die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Nemetschek SE vorgestellt. Und nicht nur das. Es wurde uns ebenso in dieser kurzen Zeitspanne ein neues Mitglied des Vorstands vorgestellt. Ein Amerikaner, der sich in der Branche auskennt und der langjährige Erfahrung hat, was es heißt gute Kooperationen zu schließen.

Woher sollen wir Aktionäre innerhalb von 3 Stunden wissen, ob wir für ihn stimmen können oder sollten?

Oder ist das ne Pseudoveranstaltung, um das Minimum, dass vom Gesetzgeber geforderte Maß einzuhalten, um weiterhin an der Börse auf Anleger zählen zu können?

Natürlich kann ich verstehen, dass so eine Hauptversammlung für den Vorstand schon eher ein Müßiggang bedeutet. Denn der Vorstand ist das ganze Jahr über mit dem Geschäft intensiv beschäftigt und muss sich eben mit den Aufgaben des Unternehmens auseinandersetzen.

Dagegen macht ein Aktionär im Grunde nichts weiter als Geld einzahlen, um später mehr Geld zu haben. Wenns klappt. Das einzige Risiko, dass der Aktionär investiert, ist sein Geld.

Der Vorstand und alle anderen, die das ganze Jahr über in dem Unternehmen arbeiten und die Höhen und Tiefen von Entscheidungen kognitiv und mit ihren Gefühlen tagtäglich verarbeiten müssen, haben da ne ganz andere Beziehung zum Unternehmen.

Sie sind durch und durch in der Materie drin und da kann man schnell mal auf die Idee kommen, dass so eine Hauptversammlung ein lässtiges aber notwenidiges Übel ist um sich vor Privatleuten zu erklären, was sie machen wollen. Denn entscheiden sollen wir Aktionäre, ob wir mit all dem einverstanden sind. Wir, also auch ich bin diejenige, die darüber mit entscheidet, ob der Amerikaner, den ich dort zum ersten mal gesehen habe, in den Vorstand kommen kann.

Ist das nicht irgendwie verrückt?

Ich meine, natürlich find ich das höchst spannend und im Großen und Ganzen ist das Konzept einer AG eine tolle Möglichkeit, die nur in einer Demokratie funktionieren kann.

Jedoch habe ich das Gefühl, die wirklichen Möglichkeiten einer AG können viel besser ausgeschöpft werden, wenn man es schafft Aktionäre tatsächlich mit ins Boot zu holen. Und da sehe ich schwarz, wenn man sich in drei Stunden nur auf die Quantität des Unternehmens beschränkt.

Deshalb bin und war ich froh, dass es so eine wie Frau Sander gibt, die sich da vorne hinstellt und den zuerst vorgestellten Zahlendschungel in eine greifbare Darstellung übersetzen kann. Natürlich läuft da auch viel Persönlichkeit von Frau Sander ein. Aber das ist es doch, was unsere Aufmerksamkeit und unser Mitdenken ankurbelt.

Wenn wir etwas verstehen, dann haben wir die Möglichkeit darüber nachzudenken und ein Feedback zu geben. Andernfalls sind wir nur Statisten, die so tun als ob. Und das ist doch schade! Nein. Das ist nicht nur schade, sondern das macht meiner Meinung nach eine AG schwach.

Wollen wir schwache AGs, die durch ihr ängstlich vermeidendes Unternehmertum isch selbst schaden?

Ich will das nicht. Ich möchte etwas dazu beitragen, dass unser Unternehmertum in Deutschland mit der Zukunft gehen kann.

Und diese Hauptversammlung zeigt mir, liebe Frauen, dass es viel zu tun gibt und das was zu tun ist, können nur wir Frauen vorantreiben.

 

Female Investors

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