„Liebe Dich selbst und es ist egal wen Du heiratest“ , so heißt der Titel eines Buches, das ich mir 2011 zugelegt habe. Damals war ich in einer grausamen Beziehung gefangen, die mich beinahe auf vielen Ebenen vernichtet hätte.
Im Grunde wird in diesem Buch beschrieben, wie Kommunikation laufen kann. Wie man sich selbst einfach keinen Stress macht.
Und im Grunde steht tatsächlich der Stress immer am Anfang eines jeden Problems.
Stress hat verschiedene Ursprünge.
- Selbstgemacht durch Overthinking
- Initiiert durch Fehleinschätzung der Situation
- Initiiert durch Fehlplanung
- Missverständnisse in Wort und Schrift
- Durch Dritte initiiert
- Durch Stoffe initiiert
Stress gehört zu den Gründen vieler Krankheiten. Die regelmäßigen Datenerhebungen der Krankenkassen zeigen es deutlich: Psychische Erkrankungen treten meistens bei Bürojobs auf.
Durch Dritte gemachter Stress ist zum Beispiel Stress im Job, weil da die Führungsarbeit dem Grauen nahe kommt. Die Mitarbeiter müssen fragwürdige Workshops mitmachen, total bekloppte Arbeitsanweisungen umsetzen, die Launen der Führungskraft aushalten und öfter als Gedacht Mobbing und /oder Sexuelle Belästigung hinnehmen. Das ist Stress, gemacht von Dritten.
„Liebe Dich selbst“ ist fast wie der Ausruf: „Sei unabhängig“ So von wegen: scheiss drauf was andere sagen oder machen. Du bist selbst für Dich verantwortlich und wenn alle anderen Dir Stress machen, lache und liebe Dich selbst, dann wird alles gut.
Es ist nett gemeint, aber es ist Blödsinn. So läuft das nicht ganz. Der Mensch ist und bleibt ein soziales Wesen. Er interagiert immer mit seinem Umfeld. Da, wo er sich meistens aufhält, da wirkt sein Tun. Und auch sein Nichts-Tun wirkt. Der Mensch gibt Signale und nimmt Signale auf. Das tut er bereits im Mutterleib.
Das bedeutet auch, dass der Mensch immer zwei verschiedene Grund-Rollen zur selben Zeit trägt: die Rolle des Impulsgebers und die Rolle des Impulsnehmers.
Wann liebt sich ein Mensch selbst ?
Gute Frage. Nächste Frage: was ist Liebe überhaupt? Da gibt es aus verschiedenen Wissenschaften Erklärungen. Die einen sagen, es ist der Geruch. Die anderen sagen, es sind die Gemeinsamkeiten und ähnlichen Erfahrungen. Dann gibt es eine Erklärung über Hormone. Wahrscheinlich ist es ein Zusammenspiel aus allem. Alles kommt zu einem Zeitpunkt zusammen und dann macht es *Bäm!*
Es gibt die These, dass man nur jemand anderen lieben kann, wenn man sich selbst liebt. Also bevor man nicht sich selbst liebt, kann man auch keinen anderen lieben.
In der Paychologie redet man auch von Paaren, die aufgrund ihrer Dispositionen zusammen passen. Also der Masochist findet einen Sadist als Partner. Oder der Depressive findet eine Histrionische Partnerin. Mmmhhh… Ich frage euch: wäre das denn so tragisch?
The Universe doesn’t give a Fuck, not even close
Die Natur ist unser Ursprung und auch Heimat. Unser Körper ist ein perfektes Überlebensgerät, um hier auf dieser Welt zu sein, zu leben, zu überleben. Als Personal Trainerin machte ich meinen Kunden immer wieder klar, dass das Gerät, indem sie leben, aufs Überleben ausgelegt ist. Alles, was gebraucht wird, wird erhalten. Alles was nicht gebraucht wird, wird abgebaut und Energie, die einmal gebraucht werden könnte, wird gespeichert.
Energie. Die Kraft, die bewegen und wachsen lässt. Der Mensch hat verschiedene Methoden der Energiegewinnung. Physiologisch und psychologisch.
Ist Liebe eine psychologische Energiegewinnung?
Hast Du mal ein verliebtes Paar erlebt oder warst oder bist Du selbst aktuell in einer Liebesbeziehung? Wenn man verliebt ist und man lebt auch noch zusammen, dann passieren tolle Dinge. Man erfährt eine Unterstützung und jeder Tag fühlt sich so lebenswert und voller Wunder an. Nun, bei dem ein oder anderen Paar dauert diese Phase nur ein paar Monate oder Jahre. Bei anderen Paaren hält dieses Level ein ganzes Leben.
Warum ist das so?
Es ist der Love-Hate-Circle, der die Liebe aufrecht erhält. Dieser Kreis ist quasi die selbsterhaltene Energie-Maschine der Liebe.
Man sagt ja, dass nur jemand jemanden hassen kann, wenn man ihn liebt. Wenn noch nicht einmal Hassgefühle für jemanden aufkommen, dann ist die Connection komplett getrennt. Und was man anderen Menschen entgegen bringen kann, kann man auch sich selbst entgegen bringen.
Man kann sich also selbst hassen oder auch selbst lieben, wenn die Voraussetzung einer gesunden Psyche gegeben sind.
Persönlichkeitsstörungen
Eine gesunde Psyche kann sich dann entwickeln, wenn das Umfeld, indem der Mensch aufwächst, ehrlich und liebevoll ist.
Ist das Umfeld manipulativ, grausam, misshandelnd und eben destruktiv, kann man nicht erwarten, dass der heranwachsende Mensch mit einem gesunden Einschätzungsvermögen seiner selbst und so auch seines Umfeldes entwickelt.
Dieser Mensch hat Stress von Begin an seiner Lebenszeit. Und im Stress wird nur improvisiert. Er wird Überlebensstrategien entwickeln und ausgefeilen. Dieser Mensch wird alles tun, um sich zu schützen und voran zu kommen. Aber er wird die Frage, ob er sich selbst liebt, womöglich nicht beantworten können. Man könnte hier von einem funktionierenden, menschlichen Organismus sprechen. Quasi ein Funktionsmensch. Ein Mensch, der seinen sozialen Anteil a-symetrisch bedient. Also nicht im Einklang mit Menschen, die während ihres Heranwachsens liebevoll und konstruktiv behandelt wurden.
Warum kann sich ein Funktionsmensch nicht selbst lieben ?
Okay. Sag niemals nie. Vor allem, wenn es um Liebe geht. Liebe ist die stärkste, konstruktive Power, die wir kennen. Liebe hat schon viele Wunder gebracht. Und Liebe ist die Kraft, die alles überwinden kann. (An dieser Stelle möchte ich meine Mama ganz fest drücken, in meinen Gedanken)
Ein Funktionsmensch ist perse kein hoffnungsloser Fall. Schon garnicht, wenn er auf ein Umfeld trifft, indem er akzeptiert und angenommen wird, wenn es denn ein gesundes Umfeld ist, das nicht die Dispositionen fördert, sondern eher auflöst.
Allerdings sind es meistens ungesunde Umfelde, die Funktionsmenschen akzeptieren.
In der Psychotherapie sagt man, dass wenn die Person von allen Dispositionen etwas hat, ist sie gesund. Nur der Mensch, wo sich merklich Verhaltensweisen wiederholen, die eher sonderbar sind, könnte ein Thema haben.
Zu lieben und zu hassen ist gesund
Jemanden zu lieben, lässt uns unser Verhalten gegenüber der geliebten Person verändern. Wir passen auf sie auf. Wir wollen Zeit mit ihr verbringen. Wir wollen ihr helfen. Wir wollen sie fühlen und immer bei ihr sein. Und wir erfahren diese Verhaltensweisen ebenso von der Person, die uns liebt. Wir fühlen uns getragen und geborgen.
Beide Partner sind stark empfänglich für den anderen. Und natürlich auch für Negatives. Evtl. macht einer von beiden einen Fehler, es kommt zu Missverständnissen und dann kippt es: ein Partner wird sauer, weil er oder sie sich nicht verstanden fühlt oder sogar ungeliebt fühlt und man beginnt Hass zu entwickeln.
Hass hat verschiedene Stufen. Hass ist der Antrieb für Wut und Wut ist Antrieb für Motivation. Motivation ist Antrieb für das Zerstören oder das Aufbauen von etwas.
Die Entscheidung, ob man nun etwas zerstört oder aufbaut, hängt vom Willen ab. Der Wille weist die Richtung. Die Motivation befördert.
Wie wird der Wille entwickelt ?
Wille und Motivation unterscheiden sich. Nicht jeder, der etwas will, entwickelt die Motivation es auch zu tun. Aber umgekehrt kann man einen Willen aus der Motivation heraus entwickeln. Junge Menschen zu motivieren sehe ich daher als die Kernaufgabe eines jeden Erwachsenen in einer Gemeinschaft.
In der Liebe steckt keine Motivation, aber es steckt ein gewisser Anteil Wille in ihr. Eine Person entscheidet sich für einen Partner, weil sie das will. Und sie will es, weil sie diese Person liebt.
Hass, Liebe und Motivation sind drei verschiedene, voneinander unabhängige mentale Energieformen des Menschen.
Der Wille wird über einen längeren Zeitraum, stufenweise entwickelt.
Der Mensch baut einen Wissenstand auf, lernt Systeme, macht Erfahrungen, lernt Zusammenhänge kennen und bildet eine Meinung. Und schließlich übernimmt der Mensch Verantwortung.
Verantwortung ist eine essentielle Grundlage um einen Willen zu bilden. Und Verantwortung übernimmt man gerne, wenn sie von der Person, die man liebt, übertragen wird.
In der Mitarbeiterführung wird viel von Intrinsischer Motivation gesprochen. Über die Frage, wie man diese nur bei seinen Mitarbeitern initiieren kann, hirnen etablierte Milliarden schwere Unternehmensberatungen und machen letztendlich doch nur Quatsch. Quatsch, der teuer ist und auch noch mehr Schaden als Erleichterung bringt.
Der Wille eines Menschen kann niemals gebrochen werden. Man kann ihm lediglich die Liebe entziehen.
Der Wille ist tief verankert und auch eine Überzeugung, die sich verändern kann, kann nicht den Willen abtöten, sondern lediglich im Inhalt verändern.
So sind zum Beispiel Hass oder Liebe zwei Energien, die den Inhalt des Willens verändern können. Die Betonung liegt auf „kann“
Hass ist, wenn man es so will, ein Selbstschutz. Man hasst jemanden oder etwas, weil man davon überzeugt ist, dass es schlecht für einen selbst ist. Hassen kann man alles mögliche. Personen, Gegenstände, Tiere.
Wenn man etwas hasst, dann will man es automatisch vermeiden oder man will es bekämpfen. Ein uralter Mechanismus des Menschen, der auf das Überleben in wilder Natur basiert und mit unserem modernen Lebensstil bewusst gehandhabt werden sollte.
„Bis das der Tod uns scheidet“
Die Ehe wird unbefristet per Vertrag eingegangen. Ob man sich in 7 oder in 20 Jahren noch liebt, das weiss keiner. Viele Paare hassen sich, nachdem sie sich einmal heiss und innig geliebt haben. Vielleicht war es auch eine krankhafte Verbindung, wo der eine Partner sich weiterentwickelt sprich geheilt hat und der andere stehen geblieben ist.
Ein Paar, dass sich gemeinsam weiterentwickelt, erlebt den Love-Hate-Circle mehrmals während seiner Jahre des Zusammen lebens. Es klingt schlimmer als es ist.
Die Grundlage für den Love-Hate-Circle ist wahre Liebe. Ja. Keine Verbindung, die aus anderen Beweggründen eingegangen wurde. Nur echte Liebe füreinander kann dieses magische Zusammensein als Paar fördern.

